Archive for the ‘Der erste Horizont meines Lebens’ Category

Noi Orizonturi. Literarische Positionen in Europa: Rumänien

septembrie 6, 2018

http://www.literaturbuero-owl.de/veranstaltungsuebersicht/noi-orizonturi.html?L=2.html..html.html

Noi Orizonturi
Literarische Positionen in Europa: Rumänien

5. bis 7. Oktober 2018

Rumänien ist ein seltsames Land: Es ist das Land, in dem sich die Ablösung vom Kommunismus mit Gewalt vollzogen hat, das EU-Mitglied seit 2007 ist und eine mehr schlecht als recht funktionierende Demokratie. Ein Land, dessen politische Klasse ausnahmslos korrupt ist, wie Mircea Cărtărescu, der bedeutendste Schriftsteller des Landes, beklagt. Er hat auch darauf hingewiesen, dass es in Rumänien heute keine politische Partei gibt, die nationalchauvinistisch auftritt, dafür aber auch keine, die etwa nicht nationalistisch wäre. Es ist ein Land, das schwer von zwei Diktaturen gezeichnet ist, die beide noch nicht aufgearbeitet sind, was eine Gesellschaft zur Folge hat, die in Ressentiments, Ideologie, Verführbarkeit und Lethargie verharrt. Wenngleich es auch jene gibt, die schon seit geraumer Zeit unter der Formel ‹Rezist›  ihren Widerstand gegen die kriminellen wie korrupten Praktiken der Regierenden kundtun.

Es wäre zu einfach und zu schön, könnte man nun fortfahren: Anders aber verhält es sich in der Literatur. Selbstverständlich sind viele Schriftsteller*innen auf der Seite von ‹Rezist› und treten ein für die Aufklärung und Behebung aller politischen und sozialen Mißstände. Aber die am Schicksal der Schriftsteller*innen gänzlich desinteressierte, korrupte Leitung des Schriftstellerverbandes ist in diesem Jahr wieder gewählt worden – und zwar von der Mehrheit der Mitglieder. Weil dies so ist, kann auch nicht verallgemeinernd über ‹die rumänische Literatur› gesprochen werden, sondern immer nur von einzelnen Autor*innen und Büchern. So auch an diesem Wochenende in Detmold: Etwa von Lavinia Branişte, deren erster Roman ‹Null Komma Irgendwas› in diesem Jahr auf Deutsch erschienen ist. Es soll von und mit Filip Florian über sein Buch ‹Alle Eulen› geredet werden. Es ist auch Liliana Corobca zu hören, die aus Moldawien stammt, in Bukarest lebt und zuletzt den Roman ‹Der erste Horizont meines Lebens› veröffentlicht hat. Jede der hier genannten Autorinnen, jeder Autor ist eine absolut individuelle Erscheinung; die Stoffe ihrer Bücher unterscheiden sich ebenso wie die Erzählweisen, die Temperamente und Neigungen der Autor*innen.

Herta Müller, ist zwar im deutschsprachigen Nitzkydorf im rumänischen Banat geboren, hat aber nur einmal auf Rumänisch geschrieben – besser gesagt, ausgeschnitten und geklebt: nämlich die Collagen ihres Bandes ‹Este sau nu este Ion› (Gibt es Ion oder gibt es ihn nicht), ansonsten ist sie eine deutsche Autorin, deren Werke von den Erfahrungen in und mit der Diktatur geprägt sind.

Was Urmuz angeht, so ist dessen gesamtes Werk, das die rumänischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts präludiert, kongenial von Oskar Pastior ins Deutsche gebracht und veröffentlicht worden. Mehr ist darüber kaum zu sagen, es sei denn: hinhören und genießen, wenn Frank Arnold daraus liest.

(Ernest Wichner)

Information und Karten

Veranstaltungsorte 
Freitag: Konzerthaus, Neustadt 22, 32756 Detmold

Samstag und Sonntag: Alte Schule am Wall, Paulinenstraße 19, 32756 Detmold (Eingang über H & S Residenz Hotel)

Eintritt
Tageskarte Freitag, 5. Oktober 2018: 15 / 10 / 8 € (ermäßigt 12 / 8 / 5 €)
Tageskarte Samstag, 6. Oktober 2018: 20 / 15 € (ermäßigt 17 / 12 €)
Tageskarte Sonntag, 7. Oktober 2018: 15 / 10 € (ermäßigt 12 / 8 €)
Abo: 45 / 30 € (ermäßigt 40 / 25 €)

Kartenbestellung

Eintrittskarten können ab Montag, 10. September 2018online  sowie von Montag bis Donnerstag zwischen 10.00 und 17.00 Uhr und am Freitag zwischen 10.00 und 16.00 Uhr telefonisch unter 05231-30 80 210 im Literaturbüro OWL bestellt werden.

Die Plätze sind nummeriert und werden in der Reihenfolge der Bestellung vergeben. Ermäßigungen erhalten Schüler*innen, Studierende bis 26 Jahre, Auszubildende, Erwerbslose und Schwerbehinderte (ab 60 %). Rollstuhlplätze können bei Bedarf eingerichtet werden.

Eine Kartenrücknahme ist nur bei ausverkauften Veranstaltungen zum kommissionsweisen Verkauf gegen eine Stornogebühr möglich.
Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, jedoch vorbehalten und berechtigen nicht zur Rückgabe der Karten.

Förderer und Partner

Eine Kooperationsveranstaltung des Literaturbüros OWL und des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

Ein Abend mit Herta Müller

Freitag, 5. Oktober 2018

19.30 Uhr BEGRÜSSUNG
Iris Hennig

LESUNG UND GESPRÄCH
Herta Müller
   Mein Vaterland war ein Apfelkern
   Atemschaukel
   Vater telefoniert mit den Fliegen
Ernest Wichner führt das Gespräch

Herta Müllers Werk, ‹dessen Kraft sich aus dem Schrecken speist, ist zugleich reich an Schönheit und für den Leser ein großes Glück. So spricht Erinnerung, wenn sie lebendig ist. Es schnürt einem die Kehle zu und macht Luftsprünge aus Wörtern. Und es ist neben all dem Hunger, dem Elend, dem Sterben im Lager unglaublich viel vom Glück die Rede.› (F. A. S.). Im Gespräch mit Ernest Wichner erzählt die Literaturnobelpreisträgerin von der Kindheit in Rumänien, vom Erwachsenwerden und dem erwachenden politischen Bewusstsein, von den frühen Begegnungen mit der Literatur, den Konflikten mit der Diktatur des Kommunismus und dem eigenen Weg zum Schreiben. Und sie liest – schickt in ihren Collagen einzelne Wörter auf die Reise und dichtet mit der Schere, erzählt vom Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen nach dem Zweiten Weltkrieg und berichtet von dem, was sie zum Schreiben gebracht hat.

Das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe wird institutionell gefördert vom:

Rumänische Gegenwartsliteratur

Samstag, 6. Oktober 2018

15.00 Uhr BEGRÜSSUNG
Iris Hennig und Claudiu Florian (RKI)

LESUNG UND GESPRÄCH
Filip Florian  Alle Eulen
Vlad Chiriac liest die deutsche Fassung
Georg Aescht führt das Gespräch

KONZERT
Verena Weber (Viola)
Thomas Curuti (Klavier)
George Enescu Aubade für Streichtrio (arr. für Viola und Klavier)
Béla Bartók Rumänische Volkstänze
   Jocul cu bâta (Stabtanz). Allegro moderato
   Brâul (Rundtanz). Allegro
Pe Loc (Stampftanz). Moderato
Bubiumeana (Kettentanz). Moderato
Poarga românesca (Rumänische Polka)
Mâruntel (Zwei Schnelltänze). Allegro

ca. 16.20 Uhr PAUSE

ca. 16.40 Uhr LESUNG UND GESPRÄCH
Liliana Corobca  Der erste Horizont meines Lebens
Marina Frenk liest die deutsche Fassung
Ernest Wichner führt das Gespräch

KONZERT
Verena Weber (Viola)
Thomas Curuti (Klavier)
George Enescu Konzertstück für Viola und Klavier

ca. 18.00 Uhr PAUSE

ca. 19.00 Uhr LESUNG UND GESPRÄCH
Lavinia Branişte  Null Komma Irgendwas
Marina Frenk liest die deutsche Fassung
Ernest Wichner führt das Gespräch

ca. 20.15 Uhr ENDE

Mit Filip Florian, Liliana Corobca und Lavinia Branişte kommen drei Stimmen der zeitgenössischen rumänischen Literatur zu Wort und zu Gehör. In Lesungen und in Gesprächen mit Georg Aescht und Ernest Wichner präsentieren sie ihren ganz eigenen Blick auf Rumänien. Alle Eulen ist ein zauberhaft melancholischer Roman über Freundschaft und die Abendstunde der Erinnerung, Filip Florian erzählt in ihm mit Sprach- und Fabulierlust die großen Geschichten zweier kleiner Leben. Eine einprägsame Geschichte aus der Sicht von Kindern, die am Rande von Mitteleuropa alleine zurückbleiben, schildert Liliana Corobca mit starken Bildern in Der erste Horizont meines Lebens und Lavinia Branişte zeichnet in Null Komma Irgendwas ein gnadenloses und präzises Porträt der rumänischen Gesellschaft von heute. Verena Weber an der Viola und Thomas Curuti am Klavier verbinden und kontrapunktieren das Geschriebene und Gesprochene mit Kompositionen von George Enescu und Béla Bartók.

Reclame

Ultimul interviu din 2017

decembrie 14, 2017

http://haibun.md/liliana-corobca-noua-ni-se-spunea-ca-un-cercetator-se-formeaza-in-zece-ani-nu-cred-ca-un-scriitor-se-formeaza-mai-repede/

Liliana Corobca: „Nouă ni se spunea că un cercetător se formează în zece ani. Nu cred că un scriitor se formează mai repede”

 

 

 

Pe Liliana Corobca am descoperit-o la bibliotecă. Nu a fost o întâlnire în carne și oase, ci una livrească. I-am citit romanul Kinderland, apoi, după marea de sentimente contradictorii pe care le-am simțit în urma lecturii, mi-am zis că trebuie să discut și cu autoarea. Așa a apărut acest interviu.

Liliana Corobca este scriitoare și cercetătoare. Prima meserie este mai visătoare și, chiar dacă este ancorată în realitatea și în experiența scriitorului, oricum ține de imaginație. A doua meserie este mai operațională, ca să-i spunem așa, și rezidă în cumularea de date și fapte. O meserie… mai pământească. Cum se împacă scriitoarea și cercetătoarea? Iar aici nu mă refer la creație, cărțile dumneavoastră demonstrează că se împacă perfect, dar la momentele în care scriitoarea trebuie să cedeze în fața cercetătoarei și invers. Fac acestea două compromise? Ori nu le delimitați nici într-un fel?

Liliana Corobca: Cum să nu le delimitez! Sunt două activități diferite și care se condiționează reciproc, în cazul  meu. În prezent, sunt, oficial, expert la Institutul de Investigare a Crimelor Comunismului și Memoria Exilului Românesc, iar proiectele la care lucrez nu sunt, în primul rând, de cercetare. Nu mai studiez cu lunile în arhive, ci stau la birou. De multe ori, interesul literar se întâlnește cu cel științific, cum a fost în cazul romanului Caiet de cenzor, când scriam un articol despre recrutarea cenzorilor pentru o publicație a IICCMER, iar, în paralel, mă documentam și pentru roman. Scrisul este pe locul al doilea, în primul rând îmi îndeplinesc obligațiile de serviciu. În afara programului, în week-enduri și în concedii scriu intens la romanele mele. Lipsa timpului liber mă mobilizează și am deja un reflex, când vin căldurile cele mari, prin iulie-august, și lumea pleacă în vacanță, eu stau cu un roman în față și nici nu simt căldura. Spre mirarea mea, scriitoarea și cercetătoarea se împacă, dar scriitoarea se împacă cu oricine și cu orice îi permite să-și vadă de cărțile sale.

Ați debutat, conform calculelor mele, la 28 de ani cu romanul Negrissimo, fiind deja cercetător științific la Institutul de Istorie și Teorie Literară „G. Călinescu” din București. Cum ați trecut de la cercetător al teoriei la obiectul teoretizării? Cum ați ajuns să scrieți ficțiune?

Liliana Corobca: Terminasem de scris romanul când m-am angajat la Călinescu. În 2001, mi-am susținut teza de doctorat, dar am scris-o în 2000, nu am vrut s-o predau înainte de termen ca să nu pierd bursa și cazarea (gratuită), iar în jumătatea de an ce-mi rămăsese am scris romanul. Aveam ambiții de prozator încă din adolescență și aceste treceri de care ziceți sunt, de fapt, niște etape care mă îndreptau spre cariera de scriitor. Titlul tezei de doctorat este: „Ipostaze ale personajului în romanul românesc interbelic” și, în afară de romanele interbelice, am citit despre construcția romanelor, despre teorii ale romanului, despre tipurile de personaje. Eram foarte tânără când m-am apucat de scris (13-14 ani, atunci am scris un „roman” de două caiete, fiecare a câte 12 pagini!) și am descoperit atunci că numai dorința de a scrie nu-i de-ajuns. Trebuie multă învățătură, așa cum, indiferent cât de mult ți-ar plăcea să cânți la o vioară, dacă nu faci școli speciale, scârțâi doar cu ea când o iei în mână. Mulți își imaginează că cel care scrie este automat și un scriitor. Nouă ni se spunea la Institutul G. Călinescu că un cercetător se formează în zece ani. Nu cred că un scriitor se formează mai repede.

Într-un interviu mărturiseați: „Pe o insulă m-aş duce să scriu, pentru că pot să citesc şi în Bucureşti şi oriunde, iar de scris nu pot oriunde…”. Unde obișnuiți atunci să scrieți acum?

Liliana Corobca: Acum am foarte puțin timp liber și, dacă am o carte în cap, scriu pe unde apuc. Prefer acasă, dar am scris și prin parcuri și în mijloacele de transport și pe la festivaluri… Nu știu dacă pot chiar oriunde să scriu, dar există idei atât de năvalnice, încât nu mai contează unde le aștern pe hârtie… Cred că ce am spus eu nu știu când nu este valabil o veșnicie, se mai schimbă lumea. Poate mi-aș lua acum cărți pe insula ceea pustie… De fapt, duc un mod de viață destul de retras și insulele pustii nu mă atrag acum. Mie mi-e dor de oameni.

În același interviu ați spus că „mă las greu sedusă de o nouă carte, dar dacă mă apuc de ea, scriu ca şi cum ar fi ultima”. De aici și întrebarea. Unde găsiți subiectele pentru romane? Le căutați sau vă găsesc ele pe dumneavoastră?

Liliana Corobca: Dacă mă gândesc mai bine, nicio carte nu are un subiect pe care l-am căutat eu cu lumânarea. Toate au venit spre mine, iar prima întâlnire n-a fost, de obicei, prea amiabilă. Găsesc o grămadă de argumente ca să alung subiectele, ca să fug și să nu mi le asum. Da și ele fuga din urma mea! Încep să le visez noaptea, încep să vorbească în mine, unele scene stăruie, insistă, până, în cele din urmă, îmi zic: Fie, n-o să-mi ia mult timp, n-o să fie prea greu. Dar îmi iau și mult timp, și e mult mai greu decât speram eu. Ajung întâmplător la subiecte, nu mă preocupă alegerea, atâta timp cât sunt multe în jurul meu, mișună și eu doar selectez, fie hai că mă apuc acum de acesta sau încă nu, mai așteptăm. Subiecte de romane se pot găsi peste tot.

„Eu cred că autorul, indirect, propune o soluție (n.r. a problemei abordate în roman). Când abordezi o realitate, cred că oferi, fără să vrei, și niște soluții.” Fraza dumneavoastră m-a dus cu gândul la orele de limbă română, când ni se impuneau remarcile despre „ce a vrut să spună autorul” și eram nevoiți să le memorăm ca pe o rugăciune. Cel puțin, asta se mai practică prin școlile din Republica Moldova. În acest context, care este părerea dumneavoastră vizavi de libera interpretare a textului? De multe ori criticii își asumă această interpretare, când autorii poate nici măcar n-au căutat să comunice un mesaj sau altul. Ar trebui fiecare să scoată dintr-un text ceea ce se pliază pe experiența lui individuală?

Liliana Corobca: Aici e o întrebare sau cinci deodată, toate diferite? În școala de azi, problema e să atragi copiii spre lectură, se citește din ce în ce mai puțin. Iar lecturile clasice, cu care am crescut noi, devin neatrăgătoare pentru tinerii de azi, mai ales, cum spuneați, la capitolul „interpretare”. Într-adevăr, experiența noastră individuală, dar și cea colectivă se modifică de-a lungul anilor și ar trebui să evolueze și metodele de predare a literaturii. În contextul menționat, libera interpretare nu se încurajează deloc, spiritul critic este înăbușit, din start, elevii fiind puși să învețe comentariile ca niște papagali. Și nu doar în școli, din păcate. N-aș fi ajuns scriitor niciodată, dacă nu citeam sute de cărți care nu erau în programa școlară și care nu trebuiau comentate în vreun fel. Există desigur și situații când textul unui autor este interpretat așa cum autorul nu s-ar fi gândit nici în cel mai ascuns vis sau coșmar. Dar autorul știe ce face, de obicei. Iar criticului nu poți să-i reproșezi prea multe, el are dreptul să vadă în text și ceea ce nu a văzut autorul când a scris.

Cum obișnuiți să construiți narațiunea unui text? Aveți un plan bine gândit de la început? Ori gândiți detaliile pe parcurs?

Liliana Corobca: Diferit, am crezut că se poate într-un fel sau două, dar fiecare subiect cere o abordare nouă. Planuri am, dar socoteala de acasă nu coincide cu aceea din târg. Una din metodele care nu dau greș este să mă las dusă de val. Să am încredere în cartea care mă bântuie și în mine, că voi scoate-o la capăt. Romanul este o construcție lungă și ramificată, cu care conviețuiești luni sau ani, e normal ca unele detalii să apară pe parcurs, ca planul inițial (acesta există întotdeauna) să sufere schimbări, de obicei, substanțiale, să renunți la unele scene sau personaje în favoarea altora care îți par mai bune sau mai adecvate. Pun începutul pe o foaie, o singură foaie. Nu poate să încapă totul aici.

Kinderland, unul dintre cele mai apreciate romane ale dumneavoastră. Cât de greu a fost să intrați în pielea naratorului minor? Ați simțit cumva o responsabilitate mai mare, povestind din prisma unui copil?

Liliana Corobca: Da, responsabilitate e un cuvânt potrivit. A trebuit de mică să fiu responsabilă și simt că port așa ceva pe umeri la fiecare carte și nu numai. Nu-mi este greu să intru în pielea unui personaj, greu este să rămân acolo cât durează romanul. Mai ales în cazul unor scene dramatice, chinuitoare, iar tu stai prins acolo și trăiești viața personajului tău. Trebuie să recunosc, personajul cenzor a fost mai dificil decât personajul copil. În comparație cu spurcăciunea de cenzoriță, a fi copil, chiar dacă unul părăsit de părinți, a fost o încântare.

Kinderland a fost jucat într-un teatru din Ljubljana. Cum a ajuns să fie pus în scenă acolo? De ce nu și în România?

Liliana Corobca: Întâi am fost la festivalul internațional de literatură de la Vilenica din Slovenia, în 2014, unde am luat premiul Cristal pentru autorii tineri. Cred că numai participarea la festival a fost un argument în favoarea publicării romanului, iar premiul luat a contat și mai mult. Încă atunci, la festival, traducătorul cărții, Aleš Muștar mi-a spus că va propune romanul unei edituri. Nu știu cui i-a aparținut ideea dramatizării, dar am primit un mesaj de la Teatrul de Stat din Ljubljana, în care am fost informată asupra faptului împlinit. Nu am insistat să merg la premieră, lucram de zor la altă carte și a scrie mi-a părut mai important decât a merge acolo și a vărsa lacrimi. De ce nu și în România? De ce nu și în Republica Moldova? Nu-i treaba mea să-mi pun astfel de întrebări. Nu îmi promovez destul cărțile și ele nu ajung, probabil, în grupuri care ar avea astfel de inițiative.

Ce este mai greu? Să scrii romanul sau să răspunzi la interviuri și să-l promovezi ulterior? S-a întâmplat vreodată să refuzați vreun interviu pe motiv că ați obosit să povestiți despre una sau altă carte care vă aparține?

Liliana Corobca: Să răspunzi la interviuri este mai ușor, pentru că ai de scris două trei pagini, nu două trei sute de pagini. Fizic, romanul este foarte solicitant și pentru că intri în pielea unor personaje extraordinare, suferinde și suferi în pielea lor, și psihic este foarte solicitant. Interviurile nu mă solicită nici fizic, nici psihic, dar nici mulțumirea nu este pe măsură, de obicei. Trebuie să fiu mai banală decât sunt, rar mă ridic deasupra cărților și asta mă nemulțumește. Dar au și întrebările meritul lor. Pe mine atâta m-au întrebat dacă din preocupările despre cenzură nu va ieși un roman, încât am stat și m-am gândit: chiar, de ce nu? Nu cred că-mi dădea în cap fără aceste insistențe. Nu, nu am spus nimănui: nu răspund c-am obosit. Nici nu cred că se va întâmpla. Dar mă simt uneori incapabilă să inventez un răspuns nou la întrebarea care mi se pune de mai multe ori. În adâncul sufletului meu, aș refuza câte o dată să răspund la atâtea întrebări, dar înțeleg că oamenii care îmi pun întrebări se străduiesc să mă prezinte cât mai atrăgător cititorului, să mă promoveze, atunci când eu prefer să stau în umbră… Ideal ar fi să răspund și eu tot cu întrebări. De pildă: ce fel de scriitoare sunteți, Doina Fikman? Care este întrebarea la care ați răspunde cu cea mai mare plăcere? O puteți alege și din acestea puse mie. Da, vă rog să răspundeți.

Urmează chestionarul lui Proust într-o variantă adaptată. Ce înseamnă fericirea pentru Liliana Corobca?

Liliana Corobca: Văd fericirea ca pe o armonie între pacea lumii și pacea mea interioară. Simplă, după atâta scris și înțepeneală, fericire e să ieși la soare și să mergi prin parc. Pasul ușor, ca o plutire și senzația de gol și de plin, când termini un roman. Și atunci când primești mai multă dragoste decât dai. Parcă dai mult, dar primești și mai mult.

Imaginați-vă că aveți șansa să-l întâlniți pe Dumnezeu și puteți să-i puneți o singură întrebare, care ar fi aceasta?

Liliana Corobca: Dacă eu vreodată voi avea șansa să îl întâlnesc pe Dumnezeu, aceasta va însemna că primesc răspunsul la toate întrebările.

Care dintre scriitorii români contemporani, în opinia dumneavoastră, merită Nobelul?

Liliana Corobca: După căderea comunismului, cele mai multe șanse le-au avut Paul Goma și Mircea Cărtărescu.

Recomandați-ne 3 dintre autorii dumneavoastră preferați.

Liliana Corobca: Îmi place aproape tot ce citesc. Dar pe foarte puțini i-aș reciti. Ca filolog, am parcurs toată literatura universală, am susținut și examen. Citesc câte un roman, mă minunez, mă delectez, apoi uit totul. Totuși, în momentele grele, aș reciti cu plăcere, aș reveni la: Miguel de Cervantes, François  Rabelais, Anton Pavlovici Cehov. Iar Cartea cărților, cea mai actuală și cea mai genială din toate timpurile, rămâne Biblia, să nu uităm.

Top scriitori de limbă română contemporani publicați în limba germană

octombrie 26, 2016

http://blog.goethe.de/dlite/index.php?archives/135-Default.html&serendipity%5Blang_selected%5D=default&serendipity%5Buser_language%5D=default
Cu gândul la ediția 2018 a Târgului de carte de la Leipzig, când România va fi țara invitată de onoare, ne-am propus să vedem care sunt cei mai în vogă scriitori români contemporani prezenți pe piața de carte de limbă germană.

GABRIELA ADAMEŞTEANU

debutează în Germnai cu Der gleiche Weg an jedem Tag (Drumul egal al fiecărei zile), în traducerea lui Georg Aescht, apărut în 2013 la editura Schöffling & Co. din Frankfurt a.M.. Cartea este primită excelent pe piața germană, deși vorbim de traducerea romanului ei de debut, din 1975.


NORA IUGA,

„die grande Dame der rumänischen Poesie” (Jan Koneffke, în Die Welt), își vede publicat primul roman în germană, Die Sechzigjährige und der junge Mann (Sexagenara și tânărul), în 2010, la editura Matthes & Seitz Berlin, în traducerea Evei Ruth Wemme.
La ceva distanță de prima sa carte apărută în germană, în 2003, Der Autobus mit den Buckligen (Autobuzul cu cocoșați), la editura Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, în traducerea lui Ernest Wichner. Urmează Gefährliche Launen.Ausgewählte Gedichte (Capricii periculoase. Poezii alese), la Klett-Cotta, Stuttgart, în 2007, tradusă de același Ernest Wichner. În 2011, editura Waldgut Verlag, din Frauenfeld, îi publică Vom Süden her kommt ein Herz auf Stelzen, Fotografien und Gedichte. Kunst und Text (KuTe), cu fotografii de Werner Gadliger, carte tradusă de Dana Ranga și Ernest Wichner.


LILIANA COROBCA

are un prim roman publicat în germană în 2010, Ein Jahr im Paradies (Un an în paradis), Edition Merz/Solitude, urmat în toamna anului trecut de Der erste Horizont meines Lebens – deși titlul original, cu care a fost publicată cartea în limba română, Kinderland, este un cuvânt german, inspirat de oul Kinder cu surprize, editura germană, Zsolnay, din Viena, l-a schimbat. Oricum, cartea, tradusă de Ernest Wichner, are parte de cronici foarte bune, unii critici regăsind în Cristina, personajul principal, o Pippi Langstrumpf în varianta moldoveanească, căreia viața nu îi oferă însă prea multe motive de distracție (Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur).


FILIP FLORIAN

se află la a doua apariție editorială pe piață germană. Publicarea în germană a romanului de debut, Kleine Finger (Degete mici), la editura Suhrkamp, 2008, este urmată de nou succes, în 2016, cu Alle Eulen (Toate bufnițele), la editura Matthes & Seitz Berlin. Ambele romane au beneficiat de traducerea lui Georg Aescht. Despre bufnițe, Paul Jandl scrie pentru Die Welt articolul „Bilder des Schreckens aus dem Unterholz” (Imagini ale groazei din adâncul pădurii), care poate fi citit aici:http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article154171665/Bilder-des-Schreckens-aus-dem-Unterholz.htmlDe revăzut și „Interviu cu Filip Florian, cel mai iubit scriitor român printre germani”, de pe http://www.hotnews.ro, aici:http://www.hotnews.ro/stiri-cultura-5622142-interviu-filip-florian-cel-mai-iubit-scriitor-roman-printre-germani.htm



VARUJAN VOSGANIAN

scriitorul se regăsește și în portofoliul editurii austriece Paul Zsolnay, cu două titluri: Buch des Flüsterns (Cartea șoaptelor), publicată în 2013, și Das Spiel der hundert Blätter (Jocul celor o sută de frunze), apărută anul acesta, ambele fiind traduse de Ernest Wichner.


MIRCEA CĂRTĂRESCU

este prezent pe piața de carte în limba germană deja din 1997, când i-a fost publicată Nostalgia, la Volk und Welt Verlag, Berlin, în traducerea lui Gerhardt Csejka, care lucrează și Selbstporträt in einer Streichholzflamme (Autoportret într-o flacără de brichetă), din 2001, pentru Deutscher Akademischer Austauschdienst, Berlin. Prima parte a Orbitorului, Die Wissenden. 1. Teil (Aripa stângă), apare în germană în 2007, la Zsolnay Verlag, Viena, în traducerea lui Gerhardt Csejka.Warum wir die Frauen lieben (De ce iubim femeile) este tradus de Ernest Wichner și publicat la Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, în 2008. Urmează, în 2010, Travestie, la Suhrkamp Verlag, Berlin, în traducerea lui Ernest Wichner. În 2011, Zsolnay Verlag, Viena, publică a doua parte a trilogiei, Der Körper. 2. Teil (Corpul), tradusă de Gerhardt Csejka și Ferdinand Leopold, iar în 2014, a treia parte, Die Flügel. 3. Teil (Aripa dreaptă), în traducerea lui Ferdinand Leopold. Cea mai recentă traducere este Die schönen Fremden (Frumoasele străine), Erzählungen, de Ernest Wichner, publicată de aceaași editură, Zsolnay, Viena, în 2016.


NORMAN MANEA

este prolific și în ceea ce privește traducerile în limba germană, Hanser publicându-i nu mai puțin de șase titluri: Der schwarze Briefumschlag (Plicul negru), 1995, Über Clowns (Despre clovni), 1998, Die Rückkehr des Hooligans(Întoarcerea huliganului), 2004, Oktober, acht Uhr (Octombrie, ora opt), 2007, Die Höhle (Vizuina), 2012, și Wir sind alle im Exil (Suntem cu toții în exil), 2015.

Liliana Corobca: Ich habe meine Texte selber auf Deutsch vorgelesen…

septembrie 30, 2016

http://blog.goethe.de/dlite/archives/149-Liliana-Corobca-Ich-habe-meine-Texte-selber-auf-Deutsch-vorgelesen….html

Liliana Corobca | Foto: privat

…und das Publikum war begeistert!”
Die Bücher der Schriftstellerin Liliana Corobca werden nicht nur in Rumänien und Moldawien, sondern auch in Deutschland und Österreich herausgegeben und gelesen. Wir haben sie über ihr neustes Buch, die Reaktionen deutscher Leser und vieles mehr interviewt.
Die meisten Artikel der deutschen Presse zu deinem Buch waren sehr positiv, ich habe allerdings bemerkt, dass die Änderung des Buchtitels von „Kinderland” zu „Der erste Horizont meines Lebens” nicht von allen Kritikern gut aufgenommen wurde. Warum wurde ein anderer Titel für die deutschsprachige Ausgabe ausgewählt, besonders da der frühere Titel ein deutsches Wort war?
Es war ein Kurzprosaband erschienen und wir mussten einen anderen Titel auswählen. Verlage hüten sich vor solchen Zufällen aufgrund von Urheberrechten (und wahrscheinlich auch wegen des Titels). In einer solchen Situation ist es empfehlenswert, sich einen neuen Titel einfallen zu lassen.
Liliana Corobcas Erfolgsroman erschienen bei Zsolnay, als Taschebuch bei Polirom und bei der Büchergilde Gutenberg
Warum dieser Titel? Hast du ihn ausgewählt?
Ich nicht. Ich bin gefragt wurden, hatte aber keinen guten Einfall, sodass ich nichts vorschlagen konnte. In den folgenden Tagen bekam ich einen Vorschlag des Verlages, mit dem ich einverstanden war, da ich dachte, dass das deutsche Publikum ein ernsteres Publikum ist und dass der Verlag über eine größere Erfahrung verfügt als ich. Die Stelle mit dem Horizont ist autobiographisch und ich war beeindruckt, dass der Verlag sie ausgewählt hat, um den gesamten Roman zu definieren. Es ist keine weinerliche Szene, auch keine zu sentimentale, sie hat etwas entschiedenes, kämpferisches, mutiges wie der Blick des Mädchens auf dem Buchcover. Ich habe meinen Lesern scherzhaft gesagt, dass, da der erste Horizont bereits erobert worden ist, mir nichts anderes übrig bleibt, als weiter zu gehen. Indirekt, symbolisch, ist es auch so. Ich werde auch den zweiten Horizont erobern, den dritten und so weiter. Ein programmatischer Titel. Der neue Titel ist sicherlich nicht besonders poetisch und beschreibt nicht die Problematik des Romans wie es „Kinderland“ machte, aber er definiert mich und ich habe ihn mit Freude akzeptiert.Das Titelbild der deutschen Ausgabe ist vom Paul Zsolnay Verlag ausgewählt worden, um besser mit dem neuen Titel übereinzustimmen. Das Bild gehört dem holländischen Fotografen Marco van Duyvendijk. Es wurde 2000 in Cornești gemacht und das fotografierte Mädchen nennt sich Ioana. Kennst du den Fotografen, warst du an der Wahl des Bildes beteiligt? Weißt du etwas über dieses Mädchen?
Ich bin nicht an der Auswahl des Bildes beteiligt gewesen und kenne weder den Fotografen noch das Mädchen. Aber das Cover hat mir sehr gefallen.

Wo wir gerade von Bildern sprechen, ich habe gesehen, dass du in letzter Zeit Bilder aus deiner Kindheit auf Facebook stellst. Arbeitest du an einem neuen Projekt, hat es etwas mit deinen Bildern zu tun?
Mein neuer Roman hat nichts mit diesen Bildern zu tun. Die Bilder haben einen Bezug zu meiner sowjetischen Kindheit, sie stellen absolvierte Etappen eines Weges dar wie die militärische Erziehung, das Marschieren in der Pionierzeit, Erste-Hilfe Felddienst, Reisen in die Sowjetunion, Feiern und Paraden aus diesen Jahren, welche den heutigen Jugendlichen unbekannt sind, aber auch denen, die in Rumänien geboren wurden. Ich akzeptiere meine Vergangenheit als sowjetisches Kind, ich schäme mich nicht vor ihr, sondern nehme sie an. In den 80ern, als die ersten Dokumente erschienen, die die Verbrechen des Kommunismus dokumentierten, habe ich es abgelehnt dem Komsomol (kommunistische Jugendorganisation in der früheren UdSSR Anm. d. Ü.) beizutreten. Es wäre noch viel zu sagen, aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte.Kannst du uns etwas über den Roman sagen, an dem du arbeitest?
Eine Frau, die bei der kommunistischen Zensurbehörde arbeitet, flieht 1974 aus Rumänien nach Deutschland. Sie ist ein sehr geschätztes Parteimitglied und ihre Flucht verstört ihre Kollegen. Neben diesen Dingen beschäftigte sich diese Frau auch mit der Zerstörung von geheimen Dokumenten, worunter auch die Hefte der Zensoren zählten. Alle dieser Hefte sind zerstört worden und ich habe keines gefunden, egal wie viel ich gesucht habe. Sie wurden in einer Fabrik in Bukarest systematisch zerhäckselt oder aufgelöst. Ich schreibe nun meiner Zensorin den Raub eines solchen Heftes zu. Ich versuche ein Dokument der Zensur wiederherzustellen, welches nicht aufbewahrt worden ist. Ich stelle mir vor, was ein solches Heft enthalten könnte, indem ich Elemente aus der tatsächlichen Vergangenheit der Zensur mit meiner Fantasie kombiniere.

Liliana Corobca mit Ernest Wichner bei Buchvorstellungen in Deutschland
Ernest Wichner ist einer Übersetzern der rumänischen Sprache – wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
Ernest Wichner ist nicht nur ein Übersetzer, sondern auch ein Schriftsteller. Ich habe gespürt, dass er es sich manchmal auch wünschen würde, an eigenen Büchern zu arbeiten und nicht nur an der Übersetzung von rumänischen Schriftstellern. Er hat mit sehr guten, prestigeträchtigen und hingebungsvollen Autoren zusammengearbeitet und ich fühle mich geehrt und glücklich, dass er meine zwei Romane übersetzt hat. Es ist mir jedes Mal eine Freunde gewesen, ihn zu treffen.Wie sehr hat es dir bei der Promotion deines Buches geholfen, dass du Deutsch kannst?
Ich kenne die deutsche Sprache nicht so gut wie ich es mir wünschen würde. Ich habe, beispielsweise, weder Lust noch Zeit Romane auf Deutsch zu lesen. Aber es ist um einiges einfacher – und manchmal auch billiger – wenn ein Autor, der sich im deutschen Raum aufhält, keinen Übersetzer braucht, um sich ein Busticket zu kaufen oder auf die Fragen eines Lesers auf Deutsch antworten kann. Ich habe auch bereits Lesungen gehabt, bei welchen ich meine Texte allein auf Deutsch vorgelesen habe und das Publikum war begeistert..

Welchen Auszüge liest du bei deinen Lesungen in Deutschland oder Österreich vor und welche Fragen werden dir im Rahmen dieser Treffen am häufigsten gestellt?
Ich habe keine bestimmten Passagen. Da der Roman aus Fragmenten besteht, kann ich ihn sowohl von Anfang an als auch von der Mitte ab vorlesen. Ich habe die Stelle ausgewählt, an der die Kinder der Meinung sind, dass das Wort „Kinder-Ei” bedeutet, der Teil, in dem einem Kind eine Zecke entfernt wird, das längere Fragment mit dem Horizont. Ich habe auch mit der Stelle, an der die Kinder versuchen eine Ziege zu melken, Erfolg gehabt. Ich habe unglaublich viele Fragen bekommen. Gelegentlich war die Fragenrunde länger als die eigentliche Lesung. Warum heißt das Buch „Der erste Horizont meines Lebens“ und nicht „Kinderland“, was ist das Schicksal heutiger Kinder, hat sich etwas geändert, wie wurde das Buch aufgenommen, wo habe ich Deutsch gelernt, aus welchen Quellen beziehe ich meine Inspiration, wie habe ich mich gefühlt, als ich dieses Thema behandelte etc.

n diesem Jahr ist eine zweite Ausgabe des Buches bei der Büchergilde Guttenberg erschienen, welches einen anderen, abstrakt designten, Umschlag hat. Welcher der beiden Umschläge gefällt dir besser?
Ich habe mich sehr über die prestigeträchtige Ausgabe der Büchergilde Gutenberg gefreut. Und wenn der Umschlag der ersten Ausgabe ein wunderschönes realistisches Bild besitzt, war es zu erwarten, dass der zweite Umschlag eher abstrakt gehalten sein würde. Beide sind wunderbar und sehr professionell. Das entschiedene Gesicht des Mädchens zieht eher Blicke auf sich und spricht ein größeres Publikum an. Die zweite Ausgabe richtet sich an ein eher gebildetes Publikum. Die Bücher, die nach Kinderland kommen sind ein bisschen weniger intellektuell, glaube ich. Ich denke, dass ein ähnlicher Umschlag auch bei meinem im letzten Jahr in Rumänien erschienenen Roman Imperiul fetelor bătrâne („Das Reich der alten Mädchen“) funktionieren würde. Beide Bilder gehen mir ans Herz.Wie wurde „Kinderland” in Rumänien, in Moldawien und in den deutschsprachigen Regionen aufgenommen? Kannst du einen Vergleich ziehen?
Mir ist ein Unterschied aufgefallen. Mein Roman ist für das deutsche Publikum oft ein willkommener Vorwand gewesen, um sich einen Eindruck vom Land zu verschaffen. Die deutschen Kritiker haben Moldawien, seine komplizierte politische Situation und das Problem der verlassenen Kinder als ein tragisches Phänomen behandelt, was in deutschen Ländern gänzlich unbekannt ist. Daher war die Rezeption überwiegend auf soziale Aspekte fokussiert. In Rumänien, wo dieses Phänomen ebenso wie in Moldawien sehr verbreitet ist – von den Eltern verlassene Kinder werden dort „Kinder der Erdbeerenpflücker“ genannt – wurde der Roman mehr hinsichtlich seiner literarischen Qualität, der literarischen Realisierung kommentiert. In Moldawien kam das Buch erst später an, da es in Rumänien herausgegeben wurde. Erst die zweite Ausgabe, die bei Polirom erschien (das erste Buch erschien bei dem Verlag Cartea Românească), konnte intensiv gelesen werden. Die Anzahl der kulturellen Publikationen nimmt dort von Mal zu Mal ab. Es wurde ernsthaft und aufmerksam darüber geschrieben, sowohl über den Roman als ästhetische Realisierung, als auch über das soziale Problem, welches er generiert hat. Leider ist das Konzept der Buchvorlesung, bei welchem man einem Publikum Fragmente vorliest und mit ihm in einen Dialog tritt, weder in Rumänien noch in Moldawien hinreichend ausgearbeitet.


Du hast mit einem österreichischen Künstler zusammengearbeitet. Woran?
Ich glaube, du meinst Die Zensur. Für Anfänger – Monolog in drei Akten. Ich bekam von Christian Thanhäuser, der sowohl Küstler als auch Verleger ist, die Einladung, einen Monat in Ottensheim an der Donau zu verbringen. Er hat mir vorgeschlagen, ihm nicht mehr als dreißig Seiten zu schreiben. Ich nahm an. Für mich war es eine Herausforderung, etwas so kurzes zu schreiben. Und da ich mich gerade mit der Zensur beschäftigte, habe ich mit den Monolog eines alten und erfahrenen Zensors vorgestellt, der sein Handwerk einem jüngeren lehrt. Das Ergebnis war ein poetisches und untypisches Buch. Zweisprachig, mit sechs Zeichnungen von Christian, von denen eines ein Poträt von Ceaușescu ist, wurde es 2014 vom Thanhäuser Verlag in Ottensheim herausgegeben. Ich bin gefragt worden, ob ich es nicht auch in Rumänien publizieren würde, hier ist es aber unbekannt geblieben. Ich denke darüber nach, noch an zwei Teilen (Fortsetzungen) zu arbeiten, Zensur für Anfänger und danach Zensur für Fortgeschrittene, um sie zu publizieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Aus dem Rumänischen von Valentin Hermann Gheorghe Munteanu

Liliana Corobca geboren 1975 in Saseni-Calarasi / Moldawien, ist Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin und lebt in Bukarest. Sie hat mehrere Bücher über die Zensur der Literatur im kommunistischen Rumänien veröffentlicht. 2010 erschien ihr Roman Ein Jahr im Paradies (Edition Merz / Solitude) auf Deutsch, im Herbst 2015 ist bei Zsolnay der Roman Der erste Horizont meines Lebens erschienen.
Geschrieben von

Marius Weber

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Impresii de la Buchmesse Leipzig, 2016

martie 25, 2016

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Standul României la Leipziger Buchmesse, 2016

Standul României la Leipziger Buchmesse, 2016

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Kinderland. Un roman despre copii din Europa de Est abandonați de părinții lor. Public numeros și interesat.

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                                              Noaptea Balcanică.

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Kinderland. Un roman despre copii din Europa de Est abandonați de părinții lor. 

Participă: Liliana Corobca. Moderator: Wiebke Porombka. Standul Traduki

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Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog. Moderare și translație: Jan Cornelius și Ernest Wichner. Organizator: Ministerul Culturii. Standul României 

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Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog.

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Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog.

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Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog.

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Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog.

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Autorii români se prezintă: Liliana Corobca, Adina Popescu, Dana Grigorcea, Iulian Tănase, Filip Florian

Moderarea și Traducerea simultană: Georg Aescht și Jan Cornelius. Organizator: Ministerul Culturii. Café Europa

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Autorii români se prezintă: Liliana Corobca, Adina Popescu, Dana Grigorcea, Iulian Tănase, Filip Florian

Moderarea și Traducerea simultană: Georg Aescht și Jan Cornelius. Organizator: Ministerul Culturii. Café Europa

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Credit foto: Luminița Corneanu, Alex Popescu, Ministerul Culturii.

România la Târgul Internațional de Carte de la Leipzig

martie 15, 2016

leipzig buchmesse

 

România la Târgul Internațional de Carte de la Leipzig

Ediţia din acest an a Târgului Internațional de Carte de la Leipzig marchează semnarea acordului de parteneriat între Ministerul Culturii şi Leipziger Buchmesse Gmbh privind participarea României ca țară invitată de onoare în anul 2018. După 18 ani de când România a beneficiat ultima dată de un statut special (1998), semnarea acestui acord semnifică nu doar reluarea şi stabilizarea conexiunilor culturale româno-germane, ci şi dezvoltarea de proiecte şi colaborări pe termen lung în toate domeniile culturale şi academice. Vlad Alexandrescu, Ministrul Culturii, Mihai Ghyka, Secretar de Stat, alături de Oliver Zille, directorul Târgului Internaţional de Carte Leipzig vor semna oficial acordul de parteneriat vineri, 18 martie.

, Adina Popescu, Dana Grigorcea, Filip Florian şi vor participa într-o serie de 12 lecturi şi evenimente împreună cu autori, editori şi jurnalişti din spaţiul cultural european, avându-i alături pe , şi Ernest Wichner, personalităţi cărora li se datorează în mare măsură prezenţa literaturii române în spaţiul de limbă germană.

Ca de obicei, în cadrul evenimentelor derulate la Leipzig cu ocazia Târgului Internaţional de Carte, sâmbătă, 19 martie, începând cu orele 20, va avea loc Noaptea Balcanică (Balkan Nacht), unde, alături de ceilalţi autori, vor susţine lecturi și Dana Grigorcea. Conceput ca un eveniment cultural de tip „crossover” care îmbină literatura, artele vizuale şi muzica din spaţiul sud-esteuropean, Noaptea Balcanică are deja tradiţie atrăgând anual un public foarte numeros în spaţiul fostului cinematograf UT Connewitz, construit la începutul secolului 20. Pentru prima dată lecturile autorilor sud-est-europeni vor fi urmate de concertul unei trupe româneşti –  au creat la Berlin un nou stil: Rough Romanian Soul. Primul lor album a fost produs în Transilvania de Ian Brennan, câștigător al premiului Grammy (Tinariwen, Ramblin’ Jack Elliott, Malawi Mouse Boys). înseamnă Paula Țurcaș – voce, Oli Bott – vibes, Mihai Victor Iliescu – chitară, voce.

Standul național va fi situat în Hala 4, poziția 404, pe o suprafață de 50 mp. Participarea din acest an se înscrie în calendarul de acțiuni din cadrul programului de țară invitată de onoare la ediția din anul 2018 a Târgului Internațional de Carte de la Leipzig, conform scrisorii de intenţie semnate în cursul lunii ianuarie de către Ministerul Culturii şi Leipziger Messe GmbH. Curator al proiectului „România-ţară invitată la Leipzig 2018” şi coordonator al parteneriatelor internaţionale care se vor derula începând din acest an între spaţiul cultural şi academic de limbă germană şi România prin Ministerul Culturii este autorul şi managerul cultural Corina Bernic.

Cu ocazia Târgului Internațional de Carte de la Leipzig, ediția 2016, autorii invitați de Ministerul Culturii vor participa la evenimente organizate de către Rețeaua , în care România este membru cu drepturi depline începând cu luna aprilie 2015. Participarea autorilor şi artiştilor la Noaptea Balcanică face de asemenea parte din acest parteneriat.

Ministerul Culturii mulțumește editurilor care au contirbuit cu carte la prezența României la Târgul Internațional de Carte de la Leipzig: Adenium, Aius, Grupul Editorial Art, Anteea, A.T.U., Cartea Copiilor, Cartea Românească, Casa Radio, Câte-n lună și-n mansardă, Corint, Curtea Veche, Eurobook, Doxologia, HAC! BD,  Hasefer, Herg Benet, Humanitas, Humanitas Fiction, Institutul Cultural Român, Magic Print, Mediamorphosis, Editura Militară, Minitremu, Nemira, Paralela 45, Polirom, Rao, Editura Universității din București, Trei, Tritonic, Vellant, Vivaldi, Zorio.

Sponsori: SC Kandia SA, Domeniile Sâmburești, Aqua Carpatica

Birou de presă: Tel.: 021/224 39 47; e-mail: presa@cultura.ro

de la sursă: România la Târgul Internațional de Carte de la Leipzig – SemneBune http://semnebune.ro/2016/romania-la-targul-international-de-carte-de-la-leipzig/#ixzz42yeNoYZl
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sigla ministerul culturii

Programul complet al evenimentelor susţinute de Ministerul Culturii:

Joi, 17 martie

12:30 – 13:30

Despre prietenie și evadare

Participă: Filip Florian și Marina Vujčić. Moderator: Jörg Plath. Traducerea simultană: Blazena Radas. Organizator: . Standul , Hala 4, D 507

12:30 – 13:00

Dana Grigorcea, lectură

Forum Die Unabhängigen. Organizator: Dörlemann Publishing House. Hala 5, H 309

Vineri, 18 Martie

11:00 – 12:00

Cu bufnițe la Tirana

Participă: Ardian Christian Kycyku, Filip Florian și Dana Grigorcea. Moderator: . Organizator: Traduki. Standul Traduki, Hala 4, D 507

11:30 – 12:30


Adina Popescu, o prezentare în 5 minute – “Leipzig Book Pitch”

Organizator: Târgul Internațional de Carte de la Leipzig. Hala 4, Forum OstSüdOst

15:00 – 16:00

Filip Florian și Dana Grigorcea în dialog

Moderarea și Traducerea simultană: Georg Aescht și . Organizator: Ministerul Culturii. Standul României – Hala 4, E 404

16:00 – 17:00


Discuție între și Ernest Wichner, urmată de o lectură de poezie

Moderarea și Traducerea simultană: Ernest Wichner și Jan Cornelius. Organizator: Ministerul Culturii. Standul României – Hala 4, E 404

17:00 – 18:00

Magia libertății. Discuție între György Dragoman, Filip Florian și Ernest Wichner

Organizator: Colegium Hungaricum Berlin. Café Europa – Hala 4, E 401

21:30 – 22:30

Lectură la Lindenfels Westflügel Leipzig

Guests: Florian L. Arnol, Dana Grigorcea and Thomas Podhostnik. Moderator: Bov Bjerf. Lindenfels Westflügel, Hähnelstrasse 27, 04177, Leipzig

Sâmbătă, 19 martie

11:00 – 12:00

Kinderland. Un roman despre copii din Europa de Est abandonați de părinții lor
Participă: Liliana Corobca. Moderator: Wiebke Porombka. Standul Traduki, Hala 4, D 507

13:00 – 14:00

Liliana Corobca și Adina Popescu în dialog

Moderare și translație: Jan Cornelius și Ernest Wichner. Organizator: Ministerul Culturii. Standul României – Hala 4, E 404

16:00 – 17:00

Autorii români se prezintă: Liliana Corobca, Adina Popescu, Dana Grigorcea, Iulian Tănase, Filip Florian

Moderarea și Traducerea simultană: Georg Aescht și Jan Cornelius. Organizator: Ministerul Culturii. Café Europa – Hala 4, E 401

20:00

Noaptea Balcanică

Participă: Andrej Nikolaidis, Liliana Corobca, Marina Vujčić, Virion Graci, Stevan Tontić, Jonathan Huston, Boštjan Videmšek, Ulrich Ladurner, Dana Grigorcea. Concert Zmei3

Moderatori: Aylin Rieger și Hana Stojić. Traducerea: Blazena Radas. Organizator: Traduki. UT Connewitz, Wolfgang Heinze Strasse 12a, 04277, Leipzig Süd

Duminică, 20 martie

12:00 – 13:30

Un pod de frunze colorate: confluențe literare europene

Literatură germană, română și georgiană

Dezbatere pe baza lecturii din texte în limbile română, georgiană și germană, aparținând unor autori publicați la editura Pop din Ludwigsburg (Nichita Stănescu, Gelu Vlașin, Emilian Galaicu Păun, Aura Cristi Eric Giebel, Barbara Zeizinger, Esma Oniani, Ekaterine Gabashvili, Cholas Lomtatidse, Irma Shiolashvili, Dato Barbakadze) și în antologia de poezia georgiană „Eu, însă, vreau în Caucaz”. Participă: Horst Samson, Irma Shiolashvili, Steffi Chotiwari, Uli Rothfuss, Traian Pop, Christine Kappe, Eric Giebel și Barbara Zeizinger

Moderator: Edith Konradt. Organizatori: POP-Verlag și Interlitera e.V. Standul României – Hala 4, E 404

12.30 – 13.00


Lectură din Toate bufnițele cu Filip Florian

Moderator: Andreas Rötzer. Organizator: Editura Matthes & Seitz. Forum Die Unabhängigen, Hala 5, H 309

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Anul trecut, în 2015, Mircea Cărtărescu a fost recompensat cu Leipziger Preis zur Europaischen Verstandigung” 

de la sursă: România la Târgul Internațional de Carte de la Leipzig – SemneBune http://semnebune.ro/2016/romania-la-targul-international-de-carte-de-la-leipzig/#ixzz42yeXpr2Z
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Rumänien auf der Leipziger Buchmesse 2016 (17.-20. März)

martie 15, 2016

 

ROMANIA AT INTERNATIONAL LEIPZIG BOOK FAIR

 

Die Teilnahme Rumäniens an der diesjährigen Buchmesse in Leipzig wird von der Unterzeichnung der Partnerschaft zwischen dem rumänischen Kulturministerium und der Leipziger Buchmesse geprägt. 18 Jahre nachdem Rumänien das letzte Mal Guest of Honour in Leipzig war (1998), bestätigt diese Partnerschaft die Teilnahme Rumäniens 2018 als Gastland der Leipziger Buchmesse und zugleich den Beginn einer nachhaltigen institutionellen Zusammenarbeit zwischen Rumänien und Deutschland auf allen kulturell-künstlerischen und akademischen Ebenen. Vlad Alexandrescu, Kulturminister Rumäniens, Mihai Ghyka, Staatssekretär und Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse werden am Freitag, 18. März, die offiziellen Unterlagen unterzeichnen.
Liliana Corobca, Adina Popescu, Dana Grigorcea, Filip Florian şi Iulian Tănase werden an einer Reihe von 12 Lesungen und Events auf der Buchmesse und in der Stadt zusammen mit AutorInnen, VerlegerInnen, LiteraturkrikerInnen und JournalistInnen aus dem europäischen Kulturraum teilnehmen. Begleitet werden sie von Georg Aescht, Jan Cornelius und Ernest Wichner, Kulturpersönlichkeiten, denen die rumänische Literatur größtenteils ihre Präsenz im deutschsprachigen Raum verdankt.
Am Samstag, ab 20 Uhr werden in UT Connewitz im Rahmen der BalkanNacht neben den anderen eingeladenen AutorInnen aus Albanien, Deutschland, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Montenegro, Serbien und Slowenien auch Liliana Corobca und Dana Grigorcea mit Lesungen aus ihren neuesten Büchern auftreten. Das erste Mal an der BalkanNacht wird nach der Lesereihe eine rumänische Band – Zmei3 – auftreten. Zmei3 spielen bereits seit Jahren in Berlin eine Musik, die sie Rough Romanian Soul genannt haben. Ihr erstes Album wurde in Transsilvanien von Grammy-Preisträger Ian Brennan produziert. Zmei3 – das sind: Paula Țurcaș – Stimme, Oli Bott – Vibes, Mihai Victor Iliescu – Gitarre, Stimme.
Rumäniens Stand befindet sich in Halle 4, E 404, auf einer Fläche von 50 qm. Die diesjährige Teilnahme gehört zu dem Veranstaltungskalender im Rahmen des Programms „Rumänien – Gastland 2018 in Leipzig“, Kuratorin des Programms und der internationalen Partnerschaften, die ab 2016 zwischen dem kulturellen und akademischen deutschsprachigen Raum und Rumänien durch das Kulturministerium veranstaltet werden, ist die Autorin, Literaturübersetzerin und Kulturmanagerin Corina Bernic.
Die rumänischen AutorInnen, die an der 2016 Leipziger Buchmesse auf die Einladung des Kulturministeriums teilnehmen, sind auch Gäste der Veranstaltungen des Traduki Netzwerks, wo Rumänien seit April 2015 vollberechtigtes Mitglied ist. Die Teilnahme an der BalkanNacht gehört auch zu dieser Partnerschaft und Zusammenarbeit.
Pressebüro:
Tel.: +40 (0) 21224 39 47
E-mail: presa@cultura.ro

Chișinăul citește

februarie 17, 2016

 

http://www.hasdeu.md/ce-unde-cind-chisinaul-citeste-o-carte-7/

Programul de lectură „Chișinăul citește”: Cele trei cărți pentru anul 2016

 

 

http://www.basarabia.md/programul-de-lectura-chisinaul-citeste-cele-trei-carti-pentru-anul-2016/

 

Biblioteca Municipală „B.P. Hasdeu” a lansat în această săptămână programul de lectură „Chişinăul citeşte”. Astfel, în perioada lunilor februarie-noiembrie, filialele bibliotecii vor avea ușile deschise pentru toți iubitorii de carte, urmând să fie organizate mai multe activități pentru a îndemna publicul spre lectură. 

Pentru anul 2016, Biblioteca Municipală „B.P. Hasdeu” propune comunității chişinăuiene următoarele cărți: „Arta refugii” de Paul Goma (pentru adulţi); „Kinderland” de Liliana Corobca(pentru adolescenţi) și „Când părinţii nu-s acasă” de Miroslava Metleaeva (pentru copii).

Paul Goma, scriitor postbelic, născut în Basarabia, actualmente locuiește la Paris, în opera sa „Arta refugii” reflectă drama unui copil basarabean refugiat dup cel de-al doilea război mondial și despre o copilărie zguduitoare și tristă.

Liliana Corobca este cunoscută pentru activitatea ei literară, fiind un autor prolific, unele dintre romane fiind cărți premiate și bestsellere. Romanul „Kinderland” bordează o temă de actualitate pentru multe ţări din Europa de Est: copiii rămaşi singuri după plecarea părinţilor la muncă în Occident.

Miroslava Metleaeva este poetă, prozatoare, eseistă și traducătoare. Cartea „Când părinţii nu-s acasă” răspunde la o serie de întrebări ale copiilor despre organizarea și petrecerea timpului liber în lipsa tehnologiilor moderne.

Începând cu anul 2004, când a fost lansat,  programul „Chișinăul citește” a reușit să promoveze şi să încurajeze lectura ca mijloc de dezvoltare culturală şi creativă a locuitorilor capitalei, a orientat cititorul spre valorile literare şi artistice autohtone. Scopul fundamental al programului este centrat pe constituirea unei comunităţi de cititori prin promovarea lucrărilor de înaltă ţinută artistică şi educarea gustului pentru lectură a chi­şi­năuienilor.

Тонна слез: Как живут дети трудовых мигрантов – Despre Kinderland în limba rusă

februarie 7, 2016

Тонна слез: Как живут дети трудовых мигрантов

http://www.vedomosti.md/news/tonna-slez-kak-zhivut-deti-trudovyh-migrantov

Отец работает в России, мать – в Италии, а Кристина и ее два брата остались в молдавском селе. Лилиана Коробка описывает жизнь и внутренний мир таких детей. О новой книге написала «Немецкая волна».

Как живется молдавским детям, родители которых отправились на заработки в другие страны, оставив своих детей на попечение бабушек и дедушек, а в худшем случае и вовсе бросив на случайных людей? Таких детей много: по данным UNICEF, у каждого пятого ребенка в Молдове один или оба родителя работают за границей. Конечно, работающие за границей родители в состоянии как-то обеспечить детей материально. Но как измерить те эмоциональные потери, которые понесло целое поколение молдавских детей?

Роман «Первый горизонт моей жизни» писательницы Лилианы Коробки, вышедший в немецком переводе с румынского, рассказывает о судьбе девочки Кристины, живущей в молдавском селе с двумя младшими братьями. Их отец работает в России, мать – в Италии. Дети живут одни, ведут хозяйство и умудряются каким-то невероятным образом справиться с навалившимися на них обязанностями и трудностями. Рассказчик в романе – Кристина, не по-детски рассудительная и наблюдательная. Она – литературный голос тысяч молдавских детей, оставшихся без родительской опеки.

 

Недетское бремя ответственности

Кристина следит за порядком в доме, готовит еду, кормит поросенка и кур и готова отколотить любого обидчика младших братьев. Взрослых помощников у детей мало, разве кто пирожков принесет или варенья передаст. Родственник пристыдит селянина, забравшего для своей стройки несколько ведер песка из песочницы, приготовленной заботливым отцом. А от всех царапин, ожогов и других ранок у Кристины есть верное средство – приложить листок баклажана, как научила мама.

Надо сказать, что с Кристиной и ее братьями в романе не происходит ничего чрезвычайного. Они не погибают, не заболевают, не подвергаются насилию, не голодают. Но они, в первую очередь, Кристина, несут такое бремя ответственности, которое не по силу ребенку. Изо дня в день девочка-подросток решает совсем не детские задачи: как распределить еду, чтобы хватило запасов, как оградить младших братьев от дурного влияния, позаботиться о том, чтобы у них было достаточно игрушек, устроить день рожденья, почитать на ночь вслух и успокоить, утешить, облегчить ожидание приезда родителей.

 

Встреча по случаю похорон

Есть в романе трогательная сцена: один из мальчишек делает себе «папу», набив пальто отца подушками, чтобы получилось нечто вроде куклы. И еще: братишка Кристины Марчел так соскучился по маме, что в один из ее приездов уцепился за ее ногу и не отпускал, так что матери пришлось таскать его за собой, двигаясь по дому. «Когда я вижу, как мои братья смотрят на фотографии родителей, мне кажется, что во мне скопилась тонна слез, и если она выльется наружу, то заполнит все село», – размышляет Кристина.

Дети знают, что папа и мама приедут, когда умрет бабушка. Зная, что ее дни сочтены, родители договорились о том, что приедут на похороны, а заодно и повидать детей. Такова моральная дилемма семьи: получается, что кончины бабушки дети ждут, чтобы увидеть отца и мать. Смертью бабушки и заканчивается роман. Но за встречей последует расставание…

Вопреки реальности

Конечно, Кристина в свои 12 лет намного взрослее благополучных сверстников. Тем не менее, ее очень зрелые рассуждения, широкий кругозор, а порой и меняющийся стиль повествования подсказывают читателю, что она – не только девочка-подросток, лирическая героиня романа, но и альтер эго автора. Это сначала несколько смущает читателя. Где обремененная недетским грузом ответственности Кристина, а где предающаяся воспоминаниям детства и делящаяся своими наблюдениями, мыслями, тревогами Лилиана Коробка?

 

Лилиана Коробка: Голодный обморок на уроке

Такой прием помогает писательнице нарисовать детальную, емкую, обширную картину жизни современной молдавской деревни. Она оказывается столь жесткой, что еще более удивительным кажется то, как Кристине и ее братьям вообще удается выстоять в этой повседневности.

Эти дети, в отличие от многих своих сверстников, знают, что такое родительская любовь. Мама и папа далеко, но они любимы и любят, заботятся о них. А есть в книге и другие примеры: дети, брошенные на произвол судьбы, голодные, вынужденные воровать, отцы-алкоголики, которые жестоко избивают детей и жен… Есть и опустевшая школа, в которой не хватает учителей, где жестоко мучают животных и даже совершается убийство.

Но есть у повествования и поэтическая сторона.  Кристина совершает небольшое путешествие по родному селу, стараясь дойти до горизонта. Это метафора взросления девочки, символ того, что у нее есть будущее. Возможно, потому что в этом путешествии Кристину сопровождает отец. Или он опять завтра уедет?..

 

Автор романа Лилиана Коробка родилась в Молдове в 1975 году. Она пишет прозу, эссе, публицистику. Живет в Бухаресте.

Eine Stimme für die verlassenen Kinder Moldawiens, von Jan Koneffke

ianuarie 30, 2016

Kinder spielen auf einem Spielplatz in einer Plattenbausiedlung in Ribniza, Transnistrien. (dpa / Robert B. Fishman)

Mal in Briefen an die Eltern, mal im Selbstgespräch, berichtet die Romanheldin Cristina, klug und altklug, naiv und frühreif, komisch und poetisch von den Ängsten, Sorgen und Mühen des Alltags, den sie und die Brüder bestehen müssen. (dpa / Robert B. Fishman)

Liliana Corobca: „Der erste Horizont meines Lebens”Eine Stimme für die verlassenen Kinder Moldawiens

In den osteuropäischen Ländern leben viele tausend Kinder, deren Eltern als Arbeitsemigranten durch Europa ziehen. Die moldawische Schriftstellerin Liliana Corobca hat sich in ihrem Roman „Der erste Horizont meines Lebens” dem Schicksal dieser verlassenen Kinder gewidmet und ihnen so eine Stimme verliehen.

Von Jan Koneffke

http://www.deutschlandfunk.de/liliana-corobca-der-erste-horizont-meines-lebens-eine.700.de.html?dram:article_id=343814

Bald nach dem blutigen Sturz Nicolae Ceausescus gingen grausige Bilder aus den Waisenhäusern Rumäniens um die Welt: Das Anstaltspersonal hatte die eltern- und schutzlosen Kinder nicht nur aufs Abscheulichste misshandelt, sondern auch beinahe verhungern lassen. Im Verlauf der 90er-Jahre wiederum war oft von den Straßenkindern Bukarests die Rede, die in der Kanalisation lebten und Klebstoff schnüffelten.

Von einem anderen skandalösen Phänomen der jüngeren Zeit hört man hingegen wenig bis gar nichts, sei es, weil es zwar massenhaft, aber wesentlich unauffälliger auftritt, sei es, weil es das wirtschaftliche Ungleichgewicht und die Armut in der Europäischen Union selbst betrifft und keinem kommunistischen oder postkommunistischen Regime in die Schuhe geschoben werden kann:

In den osteuropäischen Ländern leben abertausende von Kindern ohne ihre Eltern, die als Arbeitsemigranten kreuz und quer durch Europa ziehen. Diese verlassenen Kinder werden teils von den Großeltern versorgt, teils bleiben sie völlig allein und der Willkür der Erwachsenenwelt ausgeliefert.
Es ist das Verdienst Liliana Corobcas, den verlassenen Kindern eine Stimme verliehen zu haben.

Individuelle Stimme der kleinen Heldin Cristina

Das Buch der Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin, die schon mehrere Forschungsarbeiten über die Zensur im kommunistischen Rumänien veröffentlicht hat, erfüllt aber keineswegs nur eine soziale Funktion, indem es auf ein so krudes, wie unbeachtetes Phänomen aufmerksam macht. Corobcas Roman überzeugt auch literarisch durch die ganz und gar individuelle Stimme ihrer kleinen Heldin Cristina.

Auf Rumänisch hatte das Buch übrigens einen deutschen Titel: „Kinderland”, den der österreichische Verlag, wenig plausibel, durch „Der erste Horizont meines Lebens” ersetzt hat. Doch gibt es zum Originaltitel eine Geschichte. In den frühen 90er-Jahren erhielten moldawische Kinder humanitäre Hilfe aus dem Westen, in Form von Schokoladeneiern – Kinderschokolade.

Liliana Corobca: „Daran erinnere ich mich noch, ich war Schülerin, nicht mehr wirklich ein Kind, ich besuchte die letzten Klassen des Gymnasiums, und sogar ich glaubte, dass ‘Kinder’ ‘Eier’ bedeutet. Von diesem Missverständnis bin ich ausgegangen. Vermutlich denken viele in Moldawien, dass dieser deutsche Titel eigentlich ‘Eierland’ bedeutet.”

„Kinderland” passt aber auch deshalb besser, weil die Kinder im Buch fast unter sich bleiben. Angesiedelt ist die Geschichte in einem Dorf der ehemaligen Sowjetrepublik und heutigen Republik Moldawien am äußersten Rand Südosteuropas, dem einstigen Bessarabien, das bis 1940 Teil Großrumäniens war und in dem, trotz Stalinscher Umsiedlungspolitik, die Mehrheit der Bevölkerung noch immer Rumänisch spricht – doch könnte sie ebenso gut in einem Dorf der EU-Länder Rumänien oder Bulgarien spielen.

Liliana Corobca, die vor einigen Jahren im heimischen Moldawien an einem Forschungsprojekt arbeitete, kam durch eine Beobachtung zu ihrem Stoff:

„Normalerweise ging ich zu meinen Eltern nach Hause. Eines Abends kam ein Handwerker mit einem kleinen Jungen, der ein sonderbares Verhalten an den Tag legte, nicht spielen und nicht kommunizieren wollte, wir gaben ihm einen Ball, aber er schaute immer nur zu seinem Vater, das schien mir völlig unnatürlich für einen kleinen, normalen Jungen, er war auch sehr ängstlich, konzentriert blickte er seinen Vater an, und dann meinte meine Mutter zu mir, dass dieses Kind das Ergebnis der letzten Auswanderungswelle sei.”

Die Geschichte handelt von der zwölfjährigen Cristina und ihren kleinen Brüdern Dan und Marcel. Nach einem Romananfang, der wie ein Film anhebt und den weinenden Dan in der Weite des öden und halbleeren Dorfes zeigt, während seine Schwester auf der Suche nach einem Erwachsenen ist, der die Zecke entfernen könnte, die sich in seinen Bauch bohrt, wechselt die Erzählung bald in die erste Person.

„Da es Zehntausende von diesen Kindern gibt, wird eine andere Generation heranwachsen”

Mal in Briefen an die Eltern, mal im Selbstgespräch, berichtet Cristina, klug und altklug, zärtlich und voller Sehnsucht, naiv und frühreif, komisch und poetisch von den Ängsten, Sorgen und Mühen des Alltags, den sie und die Brüder bestehen müssen. Die Mutter der Kinder arbeitet in Italien, wo sie fremde Kinder betreut, der Vater hingegen in Russland. Beide kommunizieren mit den Kindern per Telefon, schicken Geld, Kleidung und Lebensmittel.

Und Cristina, die naiv und trotzig darauf beharrt, dass es im heimischen Moldawien noch immer am „allerschönsten” sei, tröstet den Bettnässer Marcel, der sich auf einen Schemel vors Haus hockt und diesen Platz nicht mehr verlassen will, bis der Vater heimkehrt, mit den vielen Beispielen der von ihren Säufervätern verprügelten Kinder:

„Siehst du, Dummerchen, was ein Vater tut? Und du jammerst Tag und Nacht. Ein Vater fehlt dir, damit du mit eingeschlagenem Kopf rumlaufen kannst, Blut in der Nase, hungrig und verdroschen, und dich bei den Nachbarn verstecken musst? Siehst du, alle Kinder kommen zu uns, weil es ohne Väter besser ist.”

Liliana Corobca (Deutschlandradio / Jana Demnitz)

Die moldawische Autorin Liliana Corobca (Deutschlandradio / Jana Demnitz)
Liliana Corobca: „Ich habe mich in die Figur hinein versetzt, und dachte dabei, da es Zehntausende von diesen Kindern gibt, wird eine andere Generation heranwachsen, die eines Tages erwachsene Mitbürger sein werden, und mich hat die Entwicklung dieser Kinder interessiert, und so habe ich versucht, mir jede Etappe dieser Entwicklung vorzustellen, all die kleinen Ereignisse, die diese Kinder erleben.”

Cristina wird der anderen Kinder kaum Herr, die aus den umgebenden Straßen ins Haus kommen, um Schutz zu suchen und vor Hunger sogar „trockenes Brot mit einem solchen Appetit” verzehren, „als wäre es mit schwarzem Kaviar bestrichen” – und beschließt, wenn sie einmal Kinder haben werde, sie im „Geist der Sanftmut” zu erziehen. Sie dringt bei den Brüdern darauf auf Programm, nämlich erst um 8 Uhr abends, zu weinen, denn es gäbe einfach zu viel zu tun.

„Ich habe es wieder vergessen, aber Marcel kam eines Abends mit den Fotografien von Vater und Mutter und sagte: Lasst uns weinen, es ist acht Uhr!” Von anrührender Komik ist es auch, wenn Cristina mit der Hilfe unerfahrener und umso ängstlicherer Kinder eine Ziege melken muss, die das Tier anschauen, „als wäre es ein Krokodil.” Überhaupt ist die Angst in diesem Kinderkosmos stets präsent und wird von der jungen und sich selbst zur Vernunft erziehenden Erzählerin kurzerhand zur „Krankheit” erklärt.

Liliana Corobca hat einen so kindlichen, wie vor der Zeit erwachsen gewordenen Charakter erschaffen, mit dem man nicht anders als mitleiden kann. Darüber hinaus verleiht ihre Sprache dem rückständigen Dorfleben die größte Anschaulichkeit.

„Ohne, dass ich mir dies zunächst vorgenommen hätte, aber durch die Augen von Kindern ist es leichter, bestimmte Wahrheiten auszusprechen, Kinder reden sehr aufrichtig, ohne vorgefasste Meinungen oder Verurteilungen, sie spielen mit dem, was um sie herum geschieht, und das hat mir erlaubt, die gegenwärtige Welt eines moldawischen Dorfes darzustellen, eines Dorfes im Niedergang, sei es ökonomisch, sei es geistig.”

Aus Sicht der kleinen Heldin ist das von der Katze bedrohte Schwalbennest im Hühnerstall ebenso bedeutsam wie der die Kinder bestehlende Nachbar – denn in dieser Welt ist arm, wer zu Hause bleibt und nicht nach dem „langen Geld” in die Fremde aufbricht. Krude wiederum liest sich die Geschichte um den Hundequäler Ștefănel. Als das gepeinigte Tier stirbt, wird der sadistische Junge verrückt. Mit dem magischen Denken ihrer Welt vertraut, stellt sich Cristina vor, der gequälte Hund sei in sein Herrchen gefahren.

„Das Lachen eine Erlösung, auch für den Leser”

Dann wieder macht sie sich über die Behauptung der Mädchen lustig, dass Brüste durch schwere Arbeit wachsen: „So viel wie ich arbeite, müsste ich schon zwei Kanister haben … Ich will keine Kanister bis zum Nabel.” „Ich bin eine erfüllte Person und beinahe schon ein großes Mädchen”, meint die Zwölfjährige, die sich, als sei sie eine Alte, Gedanken über die nachfolgenden Generationen macht: „Nun wachsen diese jungen Generationen heran, die sich erst küssen und dann laufen lernen.” Aus der Komik, die das tragische Geschehen dieses Buches begleitet, hat Liliana Corobca ein ästhetisches Programm gemacht.

„Und so ist das Lachen, auch im Roman, eine Hilfe, um nicht zu verzweifeln und sein seelisches Gleichgewicht zu bewahren, denn manchmal ist alles sehr schwer, sehr traumatisch, und so ist das Lachen eine Erlösung, auch für den Leser, der versucht, nachzuempfinden, was ich geschrieben habe, aber ich habe das tatsächlich aus der Perspektive jener gemacht, die diese Dinge durchleben und durchleiden.”

Tragikomisch ist auch der Schluss des Romans: Mitfühlend wie sie ist, will die vor Sehnsucht vergehende Cristina gar nicht daran denken, sich den Tod der Großmutter zu wünschen, „damit Mutter und Vater sogleich nach Hause kommen.” Doch genau damit endet das von Ernest Wichner blendend übersetzte Buch: mit dem Tod der Großmutter und Cristinas Tränen – vor Kummer und vor Freude.

Liliana Corobca: „Der erste Horizont meines Lebens”
Roman. Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner.
Zsolnay Verlag, Wien 2015, 192 Seiten, 18,90 Euro.