Archive for Decembrie 2010

Liliana Corobca, Ein Jahr im Paradies, aus dem Rumänischen von Ernest Wichner

Decembrie 13, 2010

Zeca hat den Saal vorbereitet, sich mit den Leuten verständigt. Die Bar wurde geschmückt, das Klavier gestimmt. Evelina hat das Klavier geprüft, dann ist sie verschwunden. Alle sind gekommen, alle Mädchen, auch Anişoara. Die Bar ist überfüllt, Einheimische, alte Kunden, andere sind zufällig gekommen, vom Trubel angelockt. In einem Zimmer bereiteten Sonia und Liuda Evelina so für das Konzert vor, wie sie es den Filmschauspielerinnen abgeschaut hatten. Liuda hatte eine Haarbürste gebracht und kämmte sie, Sonia umrundete sie geschäftig und zupfte da und dort ein Fädchen oder eine Fluse von ihrem Kleid. Alle waren sie angesichts der vielen Leute aufgeregt, sogar Zeca. Die Nachricht, daß eine Pianistin, Ballerina und Schauspielerin angekommen ist, hatte sich verbreitet, und alle waren gekommen, sie zu sehen. Wie konnten die das bloß so schnell erfahren haben. Das Städtchen ist klein. Für Zeca ist’s günstig; die Getränke gehen weg, und neue Kundschaft kommt.

Dunkelheit und ein paar Lichtstrahlen, wie Scheinwerfer, Gemurmel, Stühleknarren. Endlich Stille. Evangelina tritt auf, sie hat ein Kleid an, das sie für diesen Zweck mitgebracht hat, lang, tief ausgeschnitten, an der Taille eng und sich weitend über dem Schoß. An den Schultern ist es hellblau, beinahe himmelblau-weiß, dann werden die Farben kräftiger, ein dunkleres Blau in der Mitte, violett, ein grüner Streifen etwas tiefer und ein flammendes Weichselrot darunter. Dieses Kleid hat alle Farben! Die Haare gerafft, klein, schwach, hilflos, meint man, ihre Kraft wird nicht ausreichen, die Tasten des Klaviers anzuschlagen. Ein hilfloses Kind, das gleich zu weinen beginnt. Sie setzte sich ans Klavier und begann zu spielen. Stille, alle hörten zu. Sie hielt inne, wechselte die Notenblätter … das Lied war lang und traurig. Wieder stoppte sie und blätterte um, ihr Spiel wurde immer leidenschaftlicher, während ihre zarten Hände anscheinend keine Mühe hatten. Die Soldaten hörten schweigend zu und betrachteten reglos den kleinen bebenden Körper der Pianistin. Evangelina endete. Ihre Augen waren voller Tränen. Ringsum Schweigen. Sonia saß in der ersten Reihe neben Liuda. Sie hielt alle Tücher in der Hand, genau so wie die Sängerin es ihr gesagt hatte. Setz dich hier hin und halte sie so, schau! Ich mache damit eine Nummer. Evangelina tanzte heran, schwebte, nahm eines der Tücher und warf es in die Höhe. Sie macht einen Schritt nach links, einen nach rechts, dreht sich, ist in der Mitte der Bühne und beginnt leise, dann mit immer kräftigerer Stimme, von Gefühlen erschüttert zu sprechen. Sie sagte etwas auf, wahrscheinlich ein Gedicht in einer unverständlichen, bröselig-rauhen Sprache. Während sie rezitierte, warf sie die Tücher in die Höhe, sie schwebten eine kurze Weile und fielen dann zu Boden.

Leise läutet der steinerne Bau;
Der Garten der Waisen, das dunkle Spital,
Ein rotes Schiff am Kanal.
Träumend steigen und sinken im Dunkel
Verwesende Menschen
Und aus schwärzlichen Toren
Treten Engel mit kalten Stirnen hervor;
Bläue, die Todesklagen der Mütter.
Es rollt durch ihr langes Haar,
Ein feuriges Rad, der runde Tag
Der Erde Qual ohne Ende.

Sie spricht es hart aus, abgehackt. Die Leute schauen sie verwundert an, wer kann das schon verstehen?

Aber stille blutet in dunkler Höhle stummere Menschheit,
Fügt aus harten Metallen das erlösende Haupt.

Sie ging wieder ans Klavier und spielte etwas Heitereres. Die Vorstellung war nicht unbedingt schön, eher seltsam. Das Mädchen spricht, bewegt sich …

Mit zerbrochenen Brauen, silbernen Armen
Winkt sterbenden Soldaten die Nacht …

Evangelina zieht die Stirn kraus: … die Nacht, wiederholt sie. »Ich hab’s vergessen!« Sie beginnt von neuem:

Mit zerbrochenen Brauen, silbernen Armen
Winkt sterbenden Soldaten die Nacht …
(und schweigt)

Aus der dunklen und kalten Bar ist eine schüchterne schrille Stimme zu hören, die immer vernehmlicher wird. Ein kleiner, schwächlicher Mann steigt auf die Bühne, geht auf sie zu, fängt ein herabschwebendes Tuch auf, faßt das Mädchen an der Taille und rezitiert in der selben unverständlichen Sprache wahrscheinlich das gleiche Gedicht.

Im Schatten der herbstlichen Esche
Seufzen die Geister der Erschlagenen.

Evangelina lächelt, ja! Das ist es. Sie schauen sich tief in die Augen, er rezitiert weiter und folgt ihr ergriffen:

Immer wieder kehrst du Melancholie,
O Sanftmut der einsamen Seele.
Zu Ende glüht ein goldener Tag.

Er faßt sie an den Händen. Sie, strahlend vor Glück, spricht die zweite Strophe:

Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige
Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.
Siehe! Es dämmert schon.

Sie geht ans Klavier und begleitet den Schluß des Gedichts.

Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches
Und es leidet ein anderes mit.

Schaudernd unter herbstlichen Sternen
Neigt sich jählich tiefer das Haupt.

Der Junge Mann beendet seinen Vortrag, erhebt sie ungeduldig vom Klavier und küßt sie. Sie küssen sich mitten auf der Bühne wie zwei Liebende. Anişoara bekreuzigt sich: Sieh an, wie sich die Verrückten finden, Heilige Mutter Gottes, so etwas sieht sie zum ersten Mal!
Bill, ein Medizinstudent, hat sofort erkannt, was Evelina vortrug. Es war Trakl, sein Lieblingsdichter, von dem er Dutzende Gedichte auswendig konnte (ebenso wie sie!). Nach dem Konzert hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht, und da Evelina eine tadellose Vergangenheit hatte, weder verkauft noch gekauft worden war, und Bill fest entschlossen war, konnte Zeca sich nicht widersetzen. Sie gingen beide weg, und man hat nie mehr etwas von ihnen gehört.

Diese Geschichte beschäftigte die Mädchen noch lange danach. Sieh an, die konnte Deutsch und hat ihren Trottel gefunden! Und war nicht einmal schön. Aber am Klavier war sie außergewöhnlich! Schade, daß sie so schnell weg ist, wir haben nicht einmal getanzt. Sie war nur drei Tage lang in der Bar, paßte nicht zu uns. Ist mit ihrem Geliebten weg. Es geschehen noch Wunder. Dann wurde sie vergessen. Zeca hat sie ohne Diskussionen frei gegeben, obwohl er die Sache mit dem Klavier und dem Tanzen ein bißchen bedauerte. Aber es lohnte sich nicht. Was konnte er schon an einem Konzert verdienen? Aber mit den Mädchen? Besser, ohne Konzerte, die Musik aus dem Kassettenrecorder ist auch gut. Sie ist leicht davongekommen. Bill hat ein kleines »Honorar« bezahlt, das, was er an Pavel gezahlt hatte, nun ja, man kann ja nicht einfach so, nur für einen feuchten Händedruck einen Arbeitsvertrag auflösen. Das Mädchen hatte einen abgeschlossenen Vertrag mit ordentlichen Papieren. Gut, daß sie sich gefunden hatten, daß sie zusammenpassen, Glück im Leben, atmet Zeca erleichtert auf. Und der soll ihm bloß keine Intellektuellen mehr bringen. Gesunde Mädchen vom Land. Die ihre Arbeit machen.

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Pavel Reifman: Şostakovici (traducere de Liliana Corobca)

Decembrie 1, 2010

Pavel Reifman s-a născut la 29 ianuarie 1923 în oraşul ucrainean Uman. Şi-a întrerupt studiile filologice la Leningrad din cauza războiului, plecând pe front. Termină cu brio facultatea de Litere în 1949, dar, din cauza campaniei antisemite staliniste, nu va putea rămâne la Leningrad. A lucrat la Pskov, apoi , din 1953, la Institutul din Tartu, unde şi-a început cariera şi Iuri Lotman. În pofida obstacolelor, şi-a susţinut doctoratul la Leningrad. A publicat cărţi şi articole despre istoria literaturii şi jurnalisticii ruseşti. În 1993 este numit profesor emerit la Universitatea din Tartu. Cartea electronică „Din istoria cenzurii ruseşti, sovietice şi postsovietice” este un curs universitar ţinut masteranzilor şi doctoranzilor filologi din Tartu în perioada anilor 2001-2003. Stilul este pe alocuri eliptic, cu fraze nominative, cu citate abundente pe care profesorul le comenta publicului studios. Cartea poate fi citită pe siturile http://reifman.ru/; http://www.gumer.info/bibliotek_Buks/History/reifm/19.php. Cu asentimentul autorului, am selectat şi am tradus două fragmente care se referă la soarta compozitoului Dmitri Şostakovici…. (mai multe detalii: http://www.asymetria.org , unde va aparea traducerea in inmtregime, aici publicam doar un fragment mic)
Liliana Corobca
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În martie ’49 Stalin îi propune lui Şostakovici să plece la New York, la conferinţa americană pentru apărarea păcii, în componenţa delegaţiei sovietice (A. Fadeev, P. Pavlenko ş.a.). Şostakovici refuză, spune că este bolnav, roagă să i se transmită aceasta lui Stalin, ba chiar trece şi un control medical la Kremlin. La 16 martie Stalin îl sună, întrebând de motivele refuzului. Şostakovici îi răspunde că nu poate merge pentru că muzica lui şi a altora amintiţi în decret este interzisă în URSS şi nu este jucată, de mai mult de un an. Stalin simulează mirarea: „Cum adică nu e jucată? De ce nu e jucată? Care-i motivul?” Şostakovici susţine că asta-i făcut la ordinul Glavrepertkomului (adică al cenzurii). Stalin: „Nu, noi n-am dat asemenea dispoziţii. Tovarăşii de la Glavrepertkom vor trebui corectaţi.” (Volk. 531). Stalin întreabă de sănătate. Şostakovici îi spune adevărul curat: „Mi-e greaţă”. Stalin a rămas uluit. Nu s-a aşteptat la asemenea răspuns. Totuşi, Şostakovici a trebuit să meargă. Dar câte ceva a reuşit să „negocieze”. A apărut o Dispoziţie a Consiliului de Miniştri: a se considera nelegitim şi a se anula decretul Nr. 17 din 14 februarie ’48 despre interdicţia de a interpreta muzica unor compozitori; pentru publicarea nelegală a decretului, Glavrepertkomul să fie mustrat”. Semnătură: Preşedintele Consiliului de Miniştri al URSS. I. Stalin (despre toate acestea compozitorul va povesti în memorii).

Conferinţa a avut loc între 25-27 martie într-un hotel luxos din New York. În componenţa delegaţiei sovietice mai făceau parte S. Gherasimov şi M. Ciaureli. Toţi – oameni foarte cunoscuţi în URSS. Dar în America puţin cine îi cunoştea. La aeroport s-a adunat o mulţime considerabilă a admiratorilor lui Şostakovici. La conferinţă au participat mulţi scriitori cunoscuţi, muzicieni de stânga (A. Miller, L. Helman, L. Bernstein ş.a.). Tuturor le era bine cunoscut Şostakovici (540). Ei, şi aici are loc scandalul. Nabokov l-a întrebat dacă este de acord cu critica din „Pravda”, adusă compozitorilor occidentali Stravinski, Schoenberg, Hindemith. Întrebare destul de provocatoare. Asemenea întrebări, dacă nu e cazul unui duşman pe care vrei să-l provoci, nu trebuie puse. Dar Nabokov a pus-o. Era clar că Şostakovici, în sinea lui arzând de ruşine şi de indignare, nu poate spune adevărul. Aşa s-a şi întâmplat. Compozitorul a răspuns că e de acord. Nabokov, conform propriilor amintiri, jubila; a scris că ştia dinainte care va fi răspunsul, se mândrea că l-a demascat pe Şostakovici, unica metodă de demascare a tradiţiei interne a comunismului rus (541-2). De fapt, în cazul dat, nu trebuia să te mândreşti cu fapta ta, ci mai degrabă să-ţi fie ruşine. Mai ales că întrebarea a fost dictată de aspiraţia la popularitate a lui Nabokov: „i-am şters nasul lui Şostakovici”. Compozitorul îşi va aminti până la sfârşitul vieţii cu dezgust şi frică de aceste zile în New York. Autorităţii sale din Occident şi nu doar din Occident i-a fost dată o lovitură puternică. Muzică lui a fost considerată aservită propagandei sovietice.